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"Ein ethisches Testament der bekannten Autorin - für
emanzipierte Frauen und efrauzipierte Männer"
Leiter, Karin E.
Reichlich gibt es starke Frauen
Spiel mir das Lied vom Leben
212 Seiten; 18 x 10,8 cm; Broschur
€ 10,30.-
ISBN 3-7867-8334-9
Topos plus Bd. 334
Originalausgabe Tyrolia-Verlag
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Kommentar
zum Buch ins Forum schreiben
Vorwort
"Diese Frau ist einfach unbeschreiblich!" Mit strahlenden Augen
stehen die Schülerinnen oft vor mir und versuchen, Ihrer Begeisterung
über den außergewöhnlich kreativ-fordernden Unterricht
mit Karin Ausdruck zu geben.
Seit fast sechs Jahren beobachte ich jetzt dieses Phänomen an unserer
Gesundheits- und ~Krankenpflegeschule und ich stelle fest, daß,
es Karin kontinuierlich gelingt, die Auszubildenden so zu provozieren,
daß sie innerhalb kürzester Zeit bereit sind, sich mit oftmals
sehr anspruchsvollen, ja schwierigsten, aber sehr notwendigen Themen ernsthaft
auseinanderzusetzen - die fachliche Kompetenz alleine ist es offenbar
nicht, die diese freudige innere Bewegtheit hervorruft.
Durch Rückmeldungen von zum Teil schon länger im Berufsleben
stehenden Ehemaligen und durch eigene Beobachtungen und Wahrnehmungen
stellt es sich mir
so dar, daß Karin bei den heranwachsenden Jugendlichen und/oder
schon Erwachsenen eine größere Wachheit im Denken bewirkt,
eine schärfere Sicht der vielfältigen Realitäten.
Daraus entwickeln sich in der Regel mündige Persönlichkeiten,
die Freude und Lust an den Herausforderungen des Lebens haben, die mit
beiden Beinen ganz in dieser Welt stehen, die bereit sind, sich anzustrengen
und Verantwortung zu übernehmen. Die ihre Lebensenergie dazu gebrauchen,
um dem Heute einen Sinn zu geben, nicht nur für die eigene Welt,
sondern auch für die Mit- und Umwelt. Die sich mit und zwischen den
beiden Polaritäten: kämpfen, aufbegehren, fordern, laut sein
auf der einen Seite und ruhig sein, bei sich sein, behutsam sein, zärtlich
sein auf der anderen Seite, flexibel, situationsgerecht und bewußt
bewegen können.
Wenn Sie dieses Buch lesen, werden Sie erkennen, dass auf jeder Seite
mehrere Gründe dafür stehen, dass Karin in ihrer unvergleichlichen
Art in der pädagogischen Arbeit stehen muß! Nicht zuletzt,
damit es weiterhin starke Frauen und Männer gibt!
Ich sage: "Karin ist sehr schwer zu beschreiben. Man (Frau) muß
sie auch selbst erleben!"
Karin, ich danke Dir, daß Du auch mir immer wieder den Rücken
stärkst!
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Friederike Kautz
Direktorin der Gesundheits- und
Krankenpflegeschule Freistadt
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Seitenanfang
Ebenbild
Das schaffst du sowieso nicht!
sagt die Mutter.
Das mußte ja schiefgehen mit dir!
sagt der Vater.
Schon wieder einmal nicht genügend!
sagt der Lehrer.
Du bist das Letzte!
sagt die Schwester.
Ich brauch deine Hilfe nicht!
sagt die Freundin.
Du stehst mir nur im Weg!
sagt der Bruder.
Halt du dich doch raus!
sagt der Freund.
Geh mir nicht dauernd auf den Wecker!
sagt die Tante.
Nichts als Sorgen hat man mit dir!
sagt die Großmutter.
Mit dir muß man sich ja schämen!
sagt der Onkel.
Du bist ja nur eine Frau!
sagt der Pfarrer.
Du bist mir so ähnlich!
sagt Gott und lächelt stolz.
Seitenanfang
Die
Schwäche meines Engels
Schutzlos war ich!
Ich bin nicht Dein Schutz.
Meuchlings das Messer in meiner Brust.
Ich habe die Klinge aufblitzen sehen.
Im Schmerz verbrannte meine Seele.
Ich habe das beißende Feuer gerochen.
Die Nacht hat mich verschluckt!
Ich konnte die Finsternis nicht durchdringen.
Schutzlos war ich!
Ich bin nicht Dein Schutz.
Was tust Du dann an meiner Seite?
Ich bin Dein Begleiter.
Und Deine Stärke?
Ich bin Dir treu.
Und Deine Schwäche?
Ich liebe Dich!
Seitenanfang
Ich
bin
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Ich bin das Mädchen
ungewollt
mit den Ängsten,
verschreckt die Augen verschließend
die Ohren zuhaltend,
zähneknirschend
weinend.
Ich bin die Frau
mit den blauen Striemen
auf dem Rücken,
bügelnd, waschend,
Essen kochend,
Garten umgrabend,
verwundet bis tief in die Seele.
Ich habe nichts
als meine Hoffnung,
und den Glauben
an eine göttliche Güte.
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Ich bin die Frau
die gesegnet ist,
mit klarem Blick
und offenen Augen,
hellhörig für Zwischentöne
mit neuen Zähnen
und einem Lächeln.
Ich bin das Mädchen
mit breitem Rücken,
aufgerichtet,
gewachsen, reif,
die Ernte einbringend
aus gelebter Erfahrung
und heilgewordener Seele.
Ich verschenke
meine Hoffnung
und lebe
aus göttlicher Güte.
Ich bin eine
berufene Frau.
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Seitenanfang
Ich
kann lachen, weinen, leben...
Ich glaube.
Ewiges Mysterium,
liebesschöpfendes AllesinAllem
in den Himmeln und aller Welt.
Im Angesicht von Frau und Mann
sich zeichnend,
ebenbildliches Erkennen.
Ich glaube.
Jesus, Bruder, Freund.
Mensch mit den Menschen;
Gott bei den Menschen,
Unendlichkeit der Liebe.
Ich glaube.
Heiligkeit des Augenblicks,
Mysterium des Lebens,
des Todes und der Fülle
des ewigen Ja -
stärker als aller Tod.
Ich glaube.
Brückenbauende Mystik
und spirituelle Sehnsucht
aller Konfessionen und Religionen.
Gemeinschaft im Glauben
der Menschheit an eine Gottheit
als Ursprung und Vollendung.
Ich glaube.
Verwirklichung der Menschenrechte,
Verantwortung für Mit- und Umwelt,
Freundschaft, Beziehungs- und
Liebesfähigkeit des Menschen.
Ich glaube.
Lust Gottes und der Schöpfung
aneinander zur Lebensfreude.
Liebesfreude in gelebter
Sexualität zweier Menschen.
Erotische Kunst der Erkenntnis (=Keuschheit)
und Echtheit (=Reinheit, Ehrlichkeit)
zueinander.
Ich glaube.
Schöpferische Kreativität des Menschen
als Lebewesen.
Bestimmung zur Stimme
für Güte und Glaubwürdigkeit
im Namen der Menschlichkeit,
im Namen Gottes.
Kunst der Zärtlichkeit.
Ich glaube.
Schuld-haftigkeit der Macht.
Frag-würdigkeit der Moral.
Grund-werte der Ethik.
Not-wendigkeit der Sinnlichkeit.
Ich glaube.
Zeitlose Botschaft der
Heiligen Schriften.
Verbundenheit der
großen Menschheitsmythen.
Göttliche Geistwirklichkeit in
menschlicher Weisheit.
Ich glaube.
Mein Platz. Mein Weg.
Meine Berufung. Meine Verantwortung.
Meine Tränen. Mein Lachen.
Ich glaube.
Mein Leben lang
und darüber hinaus.
Seitenanfang
...
und wie ich glaube!
Zwei leere Hände,
die beten und streicheln,
die zornen und
auf den Tisch hauen,
die malen und schreiben,
die halten und
nach Halt suchen,
die Tränen trocknen
von Weinen und Lachen,
die formen und trommeln,
die alt werden und
immer öfter zittern,
die be-greifen und zärteln,
die einladen und
zum Abschied winken,
die Wunden be-handeln und
gesalbt sind zur Salbung.
Zwei leere Hände,
mein Gott,
hast Du Deiner
Priesterin geschenkt.
In meinen zwei
leeren Händen
liegt nichts als
mein Glaube.
Von einem lebendigen Herzen durchblutet,
einer hoffenden Geistin bewegt
und in Deiner Liebe bewahrt.
Seitenanfang
Und
übrigens...
Übrigens glaube ich, daß die Ewigkeit zweierlei erweisen wird:
Die Männer werden sich wundern,
daß Gott kein Mann ist,
die Frauen haben aber gewußt, daß Gott keine Frau ist...
Mir bleibt ein Lächeln: typisch Gott!
Seitenanfang
aus
"Christen heute"
"Was, Du liest ein Frauenbuch?", so ein Bekannter, der mich
vertieft in das mittlerweile zwölfte Buch der altkatholischen Priesterin,
Künstlerin und Schriftstellerin Karin E. Leiter aus Wien vorfand.
Ich möchte - vielleicht etwas ungewöhnlich - fast mit dem Ende
beginnen: dem Lachen Weinen und Leben, wie die vorletzte Überschrift
des Buches in etwa lautet: Ich habe Tränen gelacht, aber auch Tränen
der Betroffenheit und der Trauer standen mir in den Augen, und ich spürte
die Lebendigkeit meines eigenen Lebens, angerührt von den niedergeschriebenen
Sätzen der Autorin. Wortgewaltig und lebendig der Stil. Wer sie kennt,
hört Karin Leiter gleichsam sprechen, wer sie (noch) nicht kennt,
lernt sie kennen. Lebensnah - aus dem Leben, und vor allem jederfrau /
jedermann verständlich, spricht die Autorin über Kirche und
Welt, "emanzipierte Frauen" und "efrauzipierte Männer",
Glauben und Liebe, über Ethik und Moral, über Gesundheit und
Krankheit, über Tod und Leben. Jedes Kapitel habe ich aufgesogen,
konfrontiert, mitverärgert, provoziert, aber genauso auch mitleidend,
mitschmunzelnd, mitdurchlebend. Kurzweilige zweihundertundneun Seiten
anschauliche Lebenslieder, nicht immer fröhlich stimmend, doch stets
überzeugend echt, von Höhepunkt zu Höhepunkt schwingend
und doch für mich stetig noch ansteigend bis zum Gipfel gegen Ende
des Buches: Glaubens-, Sterbens- und damit allem voran: Lebens-Zeugnis.
Nach einem Gottesdienst vor kurzem kam ein Gemeindeglied freudestrahlend
auf mich zu: "Kennen Sie dieses neue Buch von Karin Leiter schon?
-Stellen Sie sich vor, es wird hier vom römisch-katholischen Pfarramt
verkauft." Dann zieht mein Gegenüber den Pfarrbrief jener Gemeinde
hervor, "da heißt es zu diesem Buch: ,Kaum erschienen, schon
vergriffen, .... doch für Nachschub ist gesorgt - reichlich!´
- kaum zu glauben oder?"
Ich bin überrascht, denn Karin Leiters Buch ist eben auch kirchenkritisch;
da nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund, hinterfrägt offen und
ehrlich, auch die römisch-katholische Kirche, auch das Papstamt.
"Reichlich gibt es starke Frauen" ist ein Buch, das schon nach
den ersten Zeilen neugierig macht und das man / frau ungern aus der Hand
legt. Es ist ein Buch, das jeden und jede mit hinein nimmt in das Lied
vom Leben und das Mut macht, die ureigene Lebensmelodie zu suchen, zu
hören und fortan bewusster mitzuschreiben. Und noch etwas: es ist
durchaus kein "Frauenbuch", es ist ein Buch für Frauen
u n d Männer, eben ein Buch für Menschen!
Hermann Lanzendörfer
(altkath. Gemeinde Nürnberg) |
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