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Kommentar
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In einer Zeit, in der in unserer Kirche vor weiteren Aufbrüchen gewarnt wird, Angst und Ängstlichkeit zunehmen, die letzten Machtreservate abgesichert und der Erhaltung des Systems das Wort geredet wird... In einer Zeit, in der die Diskriminierung der Frau "für ewig" festgeschrieben werden soll und immer mehr Frauen mit Recht sich verachtet und entwürdigt fühlen... In einer Zeit, in der den Menschen, die Versöhnung suchen, selbstherrlich der Weg zur Nähe Gottes versperrt werden soll und so deren Wunden noch vertieft statt geheilt werden... In einer Zeit, in der die Sprache der Menschen heute nicht mehr wahrgenommen und gesprochen wird und auch deshalb Leben und Glauben getrennt werden... In einer Zeit, in der wegen der Fixierung auf sogenannte Tradition der Ursprung aus dem Blickfeld schwindet... In einer Zeit, in der oft die Zeichen der Zeit verkannt, Chancen für Erneuerung vertan und das Loslassen des Erstarrten verweigert wird... steht Karin Leiter als aufrechter, also aufgerichteter Mensch ehrlich, spontan, mutig, prophetisch und lebensbejahend vor uns und schenkt uns Bilder und Worte zu den Lachfalten Gottes! Mein Gott, tut das gut: Eine Frau, die sagt, was sie denkt; die sich holt, was sie braucht; die verschenkt, was die Verantwortung erlaubt; eine Frau, die wahrnimmt und wahrgenommen werden möchte; die lauscht und zum Horchen provoziert; die aus der Mitte zur Mitte finden und begleiten will; eine Frau, die das "Trotzdem" in allen Lebenslagen nicht predigt, sondern glaub-würdig lebt und so anderen die Masken fallen läßt; eine Frau, die Systeme, Strukturen, Hierarchien, Definitionen und Denk- und Diskussionsverbote locker hinter sich läßt und einfach spontan echt und klar lebt und glaubt. Karin, bist Du Priesterin, Prophetin, Lehrerin, Seelsorgerin, Therapeutin? Ach was, Du sprengst doch alle diese definierten Rollen mit Deiner Einmaligkeit und Lebendigkeit. Darin weist Du vielen von uns Wege in die Zukunft und machst uns Geschmack auf Leben und Glauben. Gut, daß es Dich gibt, Karin.
Mein Klangkörper Rahel steht (Haben Seelsorger Vaduz. Das Hotel über der Stadt, ja über dem ganzen Land eigentlich. Vom Balkon aus der Blick auf das Schloß. Das Wetter versprach aufzuklaren, und ich hatte zwischen Vorträgen und Seminar einen freien Tag. Ich wollte mich entspannen. Mit der Kamera in der Hand wurden auch meine Gedanken immer ganz still. Ich war nur noch Auge, staunte durchs Objektiv, versank in dieses eine Bild, das ich mir aus der Fülle herausholte. Irgendwie kam ich mir das erste Mal richtig touristisch vor: von einem Hotel aus mit umgehängter Kamera auf Motivsuche. Die Neugier im Auge, den Apparat schußbereit. An der Straßenecke standen sie, die Kollegen, und knipsten die Burg längs und quer, im Stehen, Knien und aufs Autodach gestützt. Ich wollte nur meinen Zimmerschlüssel zur Rezeption im Nebenhaus bringen. Und dann ... Aber so weit kam ich nicht mehr! Vor dem Haus war er: der schönste Kanaldeckel der Welt! Ich blieb stehen, ging einen Schritt zurück, zur Seite - das Licht spielte verschiedene Tiefen. Ein welkes Blatt lag wie hingehaucht über dem Wabenmuster Den Blick fixiert, steckte ich meinen Zimmerschlüssel in die Fototasche und holte die Kamera heraus. Dann schaute ich mir meine Entdeckung genauer an. Der Kanaldeckel zeigte sich unverschämt, spielte das Lichtspiel mit. Ich war total versunken.
,,Haben Sie etwas verloren?" Ich schreckte kurz aus meiner Betrachtung auf: ,,Nein, danke!" Der Mann blieb stehen und musterte mich offensichtlich. ,,Kann ich Ihnen wirklich nicht helfen?" Jetzt wurde er lästig! (Aus "Die Lachfalten Gottes") |