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"Ein kraftvolles Plädoyer für eine mitgehende und berührende Seelsorge am Krankenbett"
Im Anhang: Krankensalbungs-Liturgie, Gebete und Segen

Leiter, Karin E.
Wenn Gott uns streichelt

Krankensalbungen erleben
168 Seiten; 20 farbige Illustrationen;
20,5 x 12,5 cm; Broschur
€ 12,90.-
ISBN 3-7022-2073-9

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Vorwort  Nachwort Leseprobe
von Bischof Bernhard Heitz von P. Hannes König S.J. Sehn-sucht
Schau-Fenster
Schatten-Wesen
Freuden-Tränen

 

Vorwort

Das vorliegende zehnte Buch von Diakonin Karin Leiter ist ein für Geistliche und Laien ganz und gar heilsames Buch.
Es plädiert für eine menschenumsorgende Nächstenliebe. Die Spiritualität, die zwischen den Buchstaben, Wörtern, Zeilen, Abschnitten und Kapiteln durchscheint, ist die einer theologischen Herzensvernunft. Obwohl liturgiewissenschaftliche Erkenntnisse fundiert zur Sprache kommen, geht es Karin Leiter um einen grundsätzlichen Perspektivwechsel. Dieser ist längst fällig!
"Wenn Gott uns streichelt" atmet den Geist Jesu, der hinschaut, mitleidet, sich lebendig zuwendet und fragt: Wer bist du? Was soll ich dir tun? Der Titel signalisiert, daß Gott sich durch menschliche Nähe und notwendige Handlungen erfahrbar machen will und daß er durch Menschlichkeit erfahren werden will. Ich möchte es Inkamation Gottes im Alltag nennen.
Als Seelsorger habe ich selbst nicht selten erlebt, wie heilend und bergend es für einen leidenden Menschen ist, an der Hand gehalten, zärtlich berührt, umarmt und umgeben zu werden. Gewährung von Zeit und Einfühlung war notwendig. Und gerade bei Schwerstkranken kam nicht selten als Antwort ein liebend dankbarer Blick oder ein wortloser Kuß meiner Hand zurück. Eine Erfahrung von sakramentalem wechselseitigem Beschenktwerden. Hier sind wir bei der Wirklichkeit des Sakraments als fühlbare und spürbar lebendige, religiöse Sinnlichkeit.
Das zuweilen Kalte und Rituelle der vorgeschriebenen Sakramentenspendung - oft ohne persönliche Beteiligung des Spenders - ist das Gegenteil davon. Die Beschränkung auf einen isolierten Ritus ist herzlos!
Das - und nichts weniger - meint dieses Buch. Es lädt zu einem Perspektivwechsel ein, vom Menschen her zu sehen, in der Situation, in der er/sie sich befindet, und genau hinzuschauen und zu verstehen, worin unser betendes und berührendes Tun, zu dem wir uns anschicken, heilend eingebettet ist. Das sind zuallererst die Schwestern und Ärzte, die Pfleger und Pflegerinnen, die rettend und heilend mit dem Herrichten des Bettes, mit Körperpflege, Spritze und Anlegen des Tropfes und mit anderen gekonnten Verrichtungen Vertrauen und Leben schenken. So gibt es viele Weisen, Leben zu erhalten und Leben neu zu wecken.
Menschenumsorgende Nächstenliebe und geistlich-salbende Zuwendung aus Herzensvemunft erwecken Leben in der Tiefe.
Da wird meine Nähe zum Sakrament von Gottes Gegenwart, da werden meine Zärtlichkeit, mein Blick, meine Berührung und meine Frage: Wer bist du? Was kann ich für dich tun? zum lebendigen Ort und zur Stunde der Möglichkeit des Heils für uns beide.
Karin Leiter öffnet mir gerade dafür neu den Blick, und ich bin ihr persönlich dankbar dafür. Ihr Buch gibt Anlaß zur Gewissenserforschung für uns alle und ist eine Anfrage an die herkömmliche Krankenpastoral. Haben nicht gerade durch isolierte sakramentale Riten viele Menschen Heillosigkeit erfahren; und haben nicht Geistliche selbst durch ihre Berührungsängste zur „Entsakralisierung" des Sakraments beigetragen, indem sie sich hinter Formeln und Rubriken verschanzten?
Daß Religion aber mit der Inkarnation Gottes in unserem Alltag, mit Fleisch und Blut zu tun hat, das vermittelt dieses aus leidvoller Erfahrung erwachsene Buch auf leidenschaftliche Weise. Und es macht deutlich, daß alle in der Gemeinde durch die Taufe Priester geworden sind.
Es ist längst an der Zeit, die Salbung der Kranken und Bedürftigen als heilendes Sakrament der Begegnung, der Berührung und der Stärkung des Lebens zu verstehen und einzufordern. Es soll den Leib und die Seele aufrichten, das Leben wecken und den Geist erfüllen.
Möge „Wenn Gott uns streichelt" viele Leserinnen und Leser finden; möge es viele anrühren und heilsam öffnen. Ich empfehle es ebenso möglichst vielen ordinierten „Ritenpflegern" als heilsames „Sakrament" der Befreiung aus formelhaften Zwängen.

 Bischof Bernhard Heitz
Altkatholische Kirche Österreich

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Nachwort

Liebe Karin,
um Deine Bitte zu erfüllen, schreibe ich Dir am einfachsten einen Brief.
Im ersten Moment war ich sehr überrascht, wie Du mir von Deinem Plan erzählt hast, ein Buch über das Sakrament der Krankensalbung zu schreiben. Doch dann erschien mir das ziemlich logisch.
Ich bin froh, daß Dir dieses Sakrament in die Hände gefallen ist. Ganz ausdrücklich bei Deiner Weihe zur Diakonin im Dezember 1995, als Dir der Bischof unter anderem auch diese Aufgabe übertragen hat.
Du hast Krank-Sein schon von einigen Seiten erlebt und erlitten und uns Leser durch Deine Bücher daran teilhaben lassen.
Jetzt kommt noch eine neue Seite dazu.
Und siehe da: Dieses Sakrament mit seiner ganzen Geschichte, zu der so leidvolle Sackgassen gehören, wird zu einer sprudelnden Quelle, es ist eine Freude!
Die theologische Wissenschaft hat vieles darüber sorgfältig zusammengetragen - Du läßt uns einiges davon aus dem Handbuch der Liturgiewissenschaft über die "Feier der Krankensalbung" wissen -, die liturgische Feier wurde in der römischlateinischen Kirche in den siebziger Jahren weitgehend neu gestaltet, doch der Schatz dieses Sakraments ist noch immer sehr verborgen und unbekannt.
Es ist verlockend, mit Dir diesem Schatz nachzugehen und daran den lebendigmachenden Gott selbst zu entdecken.
Ja, es bleibt noch der bittere Geschmack bei der Frage, wer in der römischen Kirche die Kranken salben darf. Und solche Halbherzigkeit tut weh.
"Biblisch und dogmatisch" steht dem ja nichts entgegen, historisch würde es sich nahelegen (vgl. genanntes Handbuch), daß nicht nur Priester die Kranken salben dürfen.
Liebe Karin, Dir danke ich, daß Du mit Deinem persönlichen Einsatz und Deinem gläubigen Vertrauen auf den lebendigen Gott Wege zeigst und die Kraft spürbar machst, die in so etwas Ur-Kirchlichem wie der Feier der Krankensalbung steckt.

Dein P. Hannes König SJ

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Sehn-sucht
Sehsuche -
Sehnsucht...
Erst nach Tagen
langsam
be-greifen:
Strohhalm,
Schilfmeer und
Paukenschlag.
Nicht Gott
hat mich
gequält.
Der Krebs
hat Grimm
gespielt.
In neuer Besetzung,
ent-geistert,
märchen-haft.
Nicht Gott
hat mich
gequält.

Mirjam tanzt
wunder-voll!
Trommeln für eine
ewigkurze Nacht
und einen langen Morgen
und
erst nach Tagen
langsam
begreifen:
Gott
ent-schuldigt
sich -
mich -
sehnsuchts-voll...

(K.E.Leiter, aus "Wenn Gott uns streichelt", Tyrolia)

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Schau-Fenster
Weit offen
kreuzt die Sonne
Schau zum Fenster.
ins Dunkel.
Fenster zum Schauen,
weit offen, nicht zu.
Und das sehen!
In einem Augen-blick
die Sonne
kreuzen
hinter Golgotha.

Der Vorhang verreißt!

(K.E.Leiter, aus "Wenn Gott uns streichelt", Tyrolia)

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Schatten-Wesen

Das Leben
überschattet
gewesen.
Über den Schatten
springen müssen
und es erst können,
wenn der Schatten
sichtbar ist
im neuen Licht...
ge-wesen

    (K.E.Leiter, aus "Wenn Gott uns streichelt", Tyrolia)

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Freuden-Tränen

Zerschundenes
Stehen
im kalten Wind.
Espenlaubige Finger,
bebende Beine.
Im kalten Wind
nicht verbrennen
vor Lust.
Ein Löwenzahn
mitten im Asphalt
flüstert ein
Trotzdem
und ich kann ihn sehen!
Er ist gelb...

    (K.E.Leiter, aus "Wenn Gott uns streichelt", Tyrolia)

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