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Rezension von Bischof Bernhard Heitz Nachdem die Grenzen, "wann beginnt menschliches Leben und wann endet es?" fließend geworden zu sein scheinen, sind wir in Gefahr, alle bisherigen Grenzen zu überschreiten. Weltweit ist eine - nicht nur für den Laien- verwirrende Diskussion über die Gentechnik, ihre Grenzen und Möglichkeiten entbrannt. Man verspricht sich sozusagen ewige Jugend und natürlich auch die Heilung aller möglichen Krankheiten und ein Mittel gegen Alter und Tod. Angesichts der Versuchung, in der Forscher von Nobelpreisen, von Patentierungen
gar und ganze Industriezweige vom großen Geld träumen, ist
ein Dialog über die Ethik des diesbezüglich Machbaren zwischen
Medizin, Philosophie und Theologie, zwischen Politik und Recht notwendig.
In Österreich wurde eine Bioethikkommission eingesetzt. In jedem Fall aber ist und bleibt die leidensfreie und unsterbliche Zukunft
hier auf der Erde eine Selbsttäuschung. Grundsätzlich zeigt
sich in jedem Einzelfall immer der Unterschied zwischen theoretischer
Beobachter- und persönlicher Teilnehmerperspektive, von objektiv
und subjektiv, von theoretischem Wissen und komplexem Lebenswissen. Anders
ausgedrückt: wir leben und wissen, dass wir sterblich sind. Gegen die Manipulation des Lebensendes habe ich mich deshalb bereits
1998 in einem mit unserer Priesterin und Autorin Karin E. Leiter verfassten
Dokument an alle Parteien des Österreichischen Parlaments gewandt.
Darin heißt es u.a.: "wer das Recht auf Tod proklamiert, muss
auch sagen, dass er damit das Recht auf Leben in Frage stellt. Sterbehilfe
meint keineswegs Hilfe beim Sterben, sondern intendiert Hilfe zum Töten... Der Maßstab im würdevollen Umgang mit sterbenden Menschen muss die Ausrichtung auf größtmögliche Lebensqualität und nicht auf - Quantität sein. Dazu gehört natürlich auch die Sicherstellung der Schmerzfreiheit. Als Kirche sind wir in besonderer Weise gefordert, das Leben und die Lebenswerte nicht nur zu schützen und zu bewahren, sondern wir sind mitverantwortlich, gewissensbildendes und ethisch empfindendes Bewusstsein für eine würdige Sterbekultur zu schaffen. Ähnlich hat sich der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich
geäußert, und die Politik hat dem in unserem Land Gottlob Rechnung
getragen. Ich freue mich, dass das neue Buch unserer Priesterin Karin E. Leiter
dem Anliegen des Lebens bis in die letzte Phase hinein so engagiert dient.
Sterbebegleitung ist Lebensbegleitung. +Berhard Heitz e.h. |