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Zur Euthanasie
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Rezension für "Christen heute"
Zeitung der Altkatholischen Kirche Deutschlands von OStRin Monika Heitz
Das dreizehnte Buch der diplomierten Krankenschwester, Autorin, Künstlerin
und Priesterin der Altkatholischen Kirche Österreichs lässt
niemanden unberührt. Es fordert zu Bewusstseinsschärfung und
persönlicher Stellungnahme heraus. In packender Erzählweise
greift Frau Leiter ihr Lebensthema auf und mit hoher Sachkompetenz in
die gegenwärtig europaweit geführte Diskussion um Euthanasie
und Sterbebegleitung ein. Das Buch bietet eine umfassende Recherche zum
Thema - für Menschen in Politik, Medizin und Pflege/Betreuung ebenso
wie für leidende Menschen und deren Angehörige und überhaupt
für alle, denen die derzeitige Entwicklung Angst und Sorge bereitet.
Anhand erschütternder Erfahrungsberichte, oft aus dem Mund Betroffener,
zeigt Frau Leiter, wie sehr sterbende Menschen schmerzlindernde Medizin,
menschlich begleitende Nähe und unser aller Solidarität brauchen.
Unnötiges Leiden gilt es engagiert zu bekämpfen, nicht aber
kranke Menschen zu beseitigen.
"Die Betreuung und Begleitung schwer kranker, sterbender, alter und
chronisch kranker Menschen ist keine gnädige Almosenverteilung, sondern
eine Bringschuld der menschlichen Gesellschaft an sich selbst und damit
eine politische Verpflichtung ersten Ranges!" (Seite 55; zitiert
auch von Frau Däubler-Gmelin in ihrem Vorwort). Die Bundesjustizministerin
stellt sich voll hinter diese Einsicht und unterstreicht, dass die "Aus-Flucht
in die Euthanasie" weniger in der Angst vor der Maximalmedizin als
vielmehr in "einem zunehmendem Solidaritätsverlust unserer Überflussgesellschaft"
gründet (Seite 8).
Besonders wertvoll für die persönliche Meinungsbildung wird
das Buch durch die ausführliche Auseinandersetzung mit Situation
und Gesetzeslage in den Niederlanden und der Schweiz sowie mit den Argumenten
der Befürworter einer aktiven Sterbehilfe. Und durch ihr feines Gespür
für Sprache gibt die Autorin erhellende Hinweise auf den häufig
verharmlosenden "schlampigen" Sprachgebrauch und die manipulierenden
Scheinargumente. Für Karin Leiter ist klar: Begriffe wie "Sterbenswunsch",
"Todeswunsch" und "Tötungswunsch" werden oft
unterschiedslos gebraucht; und das ist leichtfertig, ja gefährlich.
Deswegen ihr dringender Appell: "Das Recht auf Sterben ist etwas
ganz anderes als das zunehmend propagierte Recht auf den Tod" und
"Sterbehilfe meint Tötung und das kann niemals Hilfe sein!".
Dem wissenschaftlich Interessierten bietet das über vierzigseitige
Textmaterial im Anhang (mit den wichtigsten - nationalen und internationalen
- Dokumenten im Wortlaut, ausführlichen Literaturangaben und Internettipps)
eine Fundgrube zum Weiterstudium.
Ein spannendes und zugleich überaus wichtiges Buch für alle,
die an ein zukünftiges geeintes Europa mit menschlichem Antlitz glauben.
OStR in Monika Heitz
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