Zur Euthanasie


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Rezension für Altkatholische Kirchenzeitung Österreich von Lektorin Regina Lechner

Allein der Titel dieses Buches ist eine Herausforderung. Er fordert uns heraus, über unser eigenes Leben, unser Alt-werden, unser Sterben und unseren Tod nachzudenken. Über unsere Wünsche und Vorstellungen für diese Zeit und die tief sitzende Angst, es könnte auch ganz anders sein. Karin Leiter, diplomierte Krankenschwester, Autorin, Künstlerin und Priesterin unserer Kirche stellt in ihrem neuesten Buch dem "Recht auf den selbstbestimmten Tod" das "Recht auf ein menschenwürdiges Sterben" entgegen. Und sie weiß, wovon sie spricht. Aus der glühenden Verehrerin des einstigen "Euthanasieguru" Hackethal in ihrer Zeit als Krankenpflegeschülerin wurde eine kompetente und authentische Fachfrau für Sterbebegleitung und Palliativ-Care.
In einer Zeit, wo Sterben ein Tabuthema und der Tod immer noch als Versagen der Medizin gehandelt wird, in einer Zeit, in der die Wissenschaftsgläubigkeit die Ethik überholt und scheinbar alles machbar wird, in einer Zeit, in der Leben und Lebenswert an Produktivität gemessen wird, gerade in dieser Zeit ist dieses Buch Lebensnot-wendig.
An menschlich berührenden Fallbeispielen und ihren eigenen Erfahrungen zeigt Karin Leiter Wege und Möglichkeiten für ein Leben in Würde bis zum letzten Atemzug.
Gerade jetzt, wo aktive Sterbehilfe in den Niederlanden per Gesetz straffrei gestellt wurde und in der Schweiz Organisationen wie Exit für Beihilfe zum Selbstmord in Altenheimen werben, ist dieses gründlich recherchierte Buch ein wichtiges Instrument der Meinungsbildung, damit Begriffe wie "Sterbehilfe" und "Sterbebegleitung" oder "Sterbenswunsch" und "Tötungswunsch" endlich in ihrer Bedeutung richtig erkannt und nicht in einer Sprachschlampigkeit vermischt werden..
Wer Karin Leiter kennt, kennt auch ihre Kompromisslosigkeit, mit der sie zu einmal gewonnenen Einsichten steht. So ist dieses Buch zwar ein wissenschaftlich äußerst fundiertes, aber keineswegs staubtrockenes Buch und wer es zu Hand nimmt, wird nicht mehr aufhören können, zu lesen. Es ist spannender als ein Krimi und wird niemanden unberührt lassen.
Für wissenschaftlich Interessierte bietet der über 40 Seiten starke Anhang eine Fülle von Dokumenten, Gesetzestexten, Literaturangaben und Internettipps zum Weiterstudium (Leseproben und mehr finden Sie auf der Homepage www.karin-e-leiter.net).
Lektorin Regina Lechner, Graz